Am Stammtisch ist die Rechtslage meistens klar. Wer auffährt ist schuld und hat den Schaden seines Vordermanns zu tragen. Doch auch bei einem Kettenunfall?
Hierüber hatte unter anderem das OLG Hamm am 24.03.2010 zu entscheiden:
Hat ein Fahrzeug bei einem Kettenauffahrunfall sowohl Front- wie auch Heckschäden erlitten, so kann zur Vermeidung unbilliger Ergebnisse bei ungeklärter Verursachung der Frontschäden derjenige Teil des Gesamtschadens, für den der auffahrende Hintermann verantwortlich ist, durch eine quotenmäßige Aufteilung des Gesamtschadens gem. § 287 ZPO ermittelt werden. Maßgeblich ist hierfür aber eine deutliche Wahrscheinlichkeit der Verantwortlichkeit des Schädigers für den Frontschaden. Sofern sich eine Verursachung des Frontschadens durch den Auffahrenden nicht feststellen lässt oder weniger wahrscheinlich ist, haftet der Nachfolgende dagegen nur für den ihm sicher zuzurechnenden Heckschaden.
Im Zweifel haftet der Auffahrende also nur für den eindeutig zuzurechnenden Heckschaden.

